Warum kann die Zentralbank die Geldmenge nur sehr eingeschränkt steuern?
Da der grösste Teil (90%) der Zahlungsmittel unbar über Geschäftsbanken geschöpft wird, kann die Schweizerische Nationalbank (SNB) die Geldmenge nur indirekt über den Zins steuern. Die Banken müssen Sicherheiten – gesetzliche Mindestreserven – von lediglich 2,5 Prozent der Kreditsummen als SNB-Guthaben vorweisen. Die Kontrollmöglichkeiten der Nationalbank sind daher marginal und reichen für eine Steuerung im gesamtwirtschaftlichen Interesse bei weitem nicht.
Die SNB schöpft somit nur ca. 10% der kaufkräftigen Geldmenge M1 und 90% erzeugen die privaten Banken. Die Geschäftsbanken “unterlegen” ihr geschöpftes Kreditgeld im 3-Monatsdurchschnitt und per 20. jeden Monatsmit den SNB-Mindestreserven. Sie haben somit die Möglichkeit sich auch erst im Nachhinein gemäss den gesetzliche Vorgaben zu “refinanzieren”. Die Initiative zur Ausweitung der Geldmenge liegt bei den Banken und die SNB „refinanziert“ dann die gemachten Kreditvergaben. (Besonders zu beachten im Zusammenhang mit der „Too big to fail“ – Problematik)
Die Höhe der Geldmenge und der Kreditzinsen bestimmen somit die Geschäftsbanken aufgrund ihrer eigenen Einschätzungen und nicht die Nationalbank durch ihre wirkungslose Leitzinspolitik!
Das explosive (Giral-)Geldmengenwachstum, die wiederholte Blasenbildung und die chronischen Finanzkrisen zeigen die mangelde Kontrollfunktion der SNB über die Geldmenge. Die immensen Geldmengen welche durch die Nationalbanken “eingeschossen” werden dienen der “Stabilisierung” des fragilen (Inter-)Bankensystems.
Auch mathematisch lässt sich die Wirkung einer Leitzins-Veränderung von z.Bsp. 0.5% auf die Nationalbankengeldmenge (von 2,5 -10% der Geldmenge) nicht belegen.
Siehe Mathematik und Leitzins.
