Was passiert bei der Kreditvergabe durch Banken?
Bei der Kreditvergabe wird neues Giralgeld geschaffen, es kommt zu einer Erhöhung der Bilanzsumme der Bank, der Kreditbetrag wird gleichzeitig auf der Aktiv- wie auch auf der Passivseite eingetragen (Aktiva=Passiva). Es ist wichtig zu wissen, dass für die Kreditvergabe keine Reserven der Bank oder irgendwelche Sparguthaben anderer Kunden verwendet werden. Der Kreditnehmer erhält kein Reservegeld der Bank oder bezieht irgendwie eingezahlte Gelder anderer Kunden. Die Bank hat nur die Auflage seitens der Nationalbankverordnung, dass die Mindestreserven d.h. die anrechenbaren Aktiva der Geschäftsbank, im Mittel über einen Betrachtungszeitraum nicht unter 2.5% der massgeblichen Verbindlichkeiten der Bank fallen.
In der Buchhaltung passiert im wesentlichen folgendes: Auf der Aktivseite der Bankbilanz wird der Kreditbetrag als ‘Haben’ bzw. als Forderungen der Bank gegenüber dem Schuldner eingetragen. Gleichzeitig wird auf der Passivseite der Bankbilanz der gleiche Kreditbetrag als Verbindlichkeit bzw. als Schuld der Bank gegenüber dem Kunden eingetragen (Aktiva = Passiva). Diese Schuld gegenüber dem Kunden ist aber gleichzeitig sein Giralgeld.
Der Kunde verfügt nun über das neu geschaffene Giralgeld und kann damit bargeldlos Rechnungen bezahlen.
Tilgt der Kunde den Kredit, so findet eine Bilanzverkürzung statt. Würden alle Kredite auf einen Schlag getilgt werden, so würde es kein Giralgeld im Banken-Publikums-Kreislauf mehr geben.
